Warum wir machen, was wir machen

Weltweit sind 500 Millionen in Armut lebender Menschen für ihren Lebensunterhalt ganz oder zu einem grossen Teil von der Haltung von Nutztieren abhängig (Weltbank, 2019). Geht es den Tieren nicht gut, sind Lebensgrundlagen und Leben dieser Menschen gefährdet. Gesunde Nutztiere hingegen bedeuten Nahrung und Einkommen. Vétérinaires Sans Frontières Suisse (VSF-Suisse) setzt sich in acht Ländern Ost- und Westafrikas für diese Menschen und ihre Tiere ein. Durch die Förderung der Gesundheit und Produktivität der Nutztiere stärken wir die Widerstandsfähigkeit der Menschen gegenüber Katastrophen und schaffen eine nachhaltige Verbesserung ihrer Lebensumstände. Dabei arbeiten wir eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen und achten auf eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen ganz im Sinne unseres Slogans: Gesunde Tiere – Gesunde Menschen – Gesunde Umwelt.

Unsere Geschichte

VSF-Suisse wurde 1988 von Studierenden der Veterinärmedizin der Universität Bern gegründet. Mit einer grossen Vision und Tausenden von Freiwilligenstunden gelingt es 1996, die ersten zwei Projekte im heutigen Südsudan umzusetzen. Im gleichen Jahr erfolgt die Eröffnung einer professionell geführten Geschäftsstelle in Bern. Heute beschäftigt VSF-Suisse rund 150 Mitarbeitende, davon zwölf am Hauptsitz und die Restlichen in den Partnerländern. Unsere Teams vor Ort werden von lokalen Führungskräften professionell geleitet und setzen sich mehrheitlich aus Tierärzt*innen und Projektmitarbeiter*innen zusammen. Zusammen betreuen diese im Schnitt jährlich 30-40 Projekte in Äthiopien, Dschibuti, der Elfenbeinküste, Kenia, Mali, Somalia, Südsudan und Togo. VSF-Suisse ist Teil des Netzwerkes VSF International und in der Schweiz Zewo-zertifiziert.

  • Vsf suisse Togo school well

Wie und wo wir unsere Mittel einsetzen

Wir leisten Nothilfe in humanitären Krisensituationen und implementieren und begleiten mittel- und langfristig angelegte Entwicklungsprojekte. Wir helfen beim Aufbau einer veterinärmedizinischen Grundversorgung durch die Ausbildung und Ausrüstung einheimischer Tiergesundheitshelfer*innen, führen Impfkampagnen durch und verteilen gesunde Tiere an besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen. Tierhalter*innen beraten wir in den Bereichen Zucht, Hygiene und Krankheitsprävention und reduzieren so auch die Folgen von Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Umweltschutzmassnahmen und der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen spielen in all unseren Projekten eine wichtige Rolle und tragen zu Konfliktreduzierung bei. Nicht zuletzt unterstützen wir die Menschen dabei, ihre Produkte zu vermarkten und neue Wertschöpfungsketten zu erschliessen. Durch den Verkauf von Tierprodukten können Familien ein Einkommen erzielen, mit dem sie ihre Grundversorgung sicherstellen und sich z. B. Zugang zu schulischen und gesundheitlichen Dienstleistungen verschaffen können. VSF-Suisse unterstützt so die Menschen auf ihrem Weg zur Unabhängigkeit und schafft nachhaltige Perspektiven.

  • Vsf suisse Togo Community Animal Health Worker

Was wir mit unserem Engagement bewirken

Unser Engagement verbessert die Leben von einzelnen Menschen und ganzen Gemeinschaften. So hat beispielsweise Emeline Kadjatatal, die erste weibliche Tiergesundheitshelferin ihrer Region in Togo, ihre Ausbildung und ihre Ausrüstung von VSF-Suisse erhalten. Sie behandelt und impft die Schafe, Ziegen und Hühner in der ganzen Gegend und verbessert so die Lebensgrundlagen zahlreicher Viehzüchter*innen. Frau Kadjatatal erwirtschaftet sich durch ihren treuen Kundenstamm ein festes Einkommen für sich und ihre Familie.

Im Jahr 2021 haben wir:

  • 155’602 Menschen in Not unterstützt
  • 2’292’663 Tiere geimpft und/oder entwurmt
  • 6’000 gesunde Tiere an Menschen in Not verteilt
  • 4’157 Tonnen Tierfutter verteilt
  • 411 Tiergesundheitshelfer*innen ausgebildet
  • 8’110 Personen in weiteren Bereichen wie Viehzucht, Lebensmittelverarbeitung und Lebensmittelhygiene ausgebildet
  • 27 Genossenschaften gegründet und in betriebswirtschaftlichen Grundlagen geschult
  • 2 Mini-Molkereien und 4 Milch-Kiosks gebaut
  • 931’776 Liter Milch verarbeitet
  • 19 Friedensdialoge organisiert
  • 4 Hektar Weideland wiederhergestellt

Unsere Vision für die Zukunft

Gemeinsam mit unseren leidenschaftlichen Mitarbeitenden, Unterstützer*innen und Partnern leisten wir einen Beitrag zur Verringerung von Armut und Hunger in Afrika, mit dem Ziel, diese irgendwann ganz zu überwinden. In Zeiten der Not leisten wir Hilfe und zeigen gleichzeitig mit unserem langfristigen Engagement nachhaltige Wege aus der Armut auf. Auch in abgelegenen Regionen sollen Menschen und ihre Nutztiere Zugang zu Tiergesundheitsdiensten haben. Viehzüchter*innen soll es möglich sein, sich im Einklang mit der Umwelt eine nachhaltige Lebensgrundlage aufzubauen. Die lokale Landwirtschaft mit ihren Wertschöpfungsketten soll unnötige Importe ablösen und nachhaltig die Ernährungssicherheit verbessern.

Bilder © Tom Martin martinandmartin.eu